Begräbnisdienst durch beauftragte Laien jetzt auch in unserem Pastoralverbund!

Bereits am 14. Januar 2015 wurde im Gesamtpfarrgemeinderat darüber gesprochen, dass auch im Pastoralverbund Balve-Hönnetal durch den Wegfall von immer mehr Priesterstellen und der bedingten Einsetzbarkeit von Diakonen der wichtige seelsorgliche Dienst der Beerdigung vor großen Herausforderungen steht. Zudem passiert es häufiger, dass in bestimmten Zeiträumen mehr Menschen gleichzeitig sterben und durch Fortbildungen, Urlaub, Exerzitien, Krankheit oder übergemeindliche Verpflichtungen nicht immer alle Geistlichen zur Verfügung stehen.

Auch befindet sich die Bestattungskultur allgemein in einer Umbruchphase: Das wird zum Beispiel daran deutlich, dass immer weniger Beerdigungsmessen gewünscht werden und es mehr Beerdigungen im engsten Familienkreis gibt.

In unserem Pastoralverbund Balve-Hönnetal wird es zukünftig schwieriger, die jährlich ca. 120 Beerdigungen noch würdig und angemessen gestalten zu können und zeitnah Trauergespräche in Ruhe zu führen.

Seit 2007 werden im Erzbistum Paderborn auch Laien für den Begräbnisdienst ausgebildet und beauftragt. Inzwischen sind es bistumsweit 67 Männer und Frauen. Erzbischof Hans-Josef Becker erklärt: Trauernde wünschen sich „mit Recht, dass sich die Seelsorger Zeit für sie nehmen, die Begräbnisfeier und die Totenmesse gut vorbereiten und würdig und tröstlich mit ihnen feiern" (Kirchl. Amtsblatt 2007-Stück 1 Nr. 7).

 

Dieser Dienst kann deshalb auch von Laien übernommen werden, weil es sich bei einem kirchlichen Begräbnis nicht um ein Sakrament handelt.  

Der Beerdigungsdienst ist ähnlich wie das Amt eines Wort-Gottes-Feier-Leiters oder eines Kommunionhelfers mit einer Ausbildung und einer Beauftragung durch den Erzbischof verbunden.  

Auf dem Hintergrund dieser Überlegungen hat unsere Gemeindereferentin Elke Luig im März 2016 eine Fortbildung in Trauerbegleitung und im Oktober einen Aufbaukurs absolviert. Außerdem hat sie eine professionelle Ausbildung und Erfahrung in Gesprächsführung und der Leitung von 

Wort-Gottes-Feiern. 

In der Gesamt- Pfarrgemeinderatssitzung am 31. August 2016 wurde einstimmig beschlossen, unseren Erzbischof Hans-Josef Becker zu bitten, sie für den Begräbnisdienst zu beauftragen.

Dabei wird vielleicht die Frage aufkommen:

Kann man zwischen Priester/Diakon und beauftragten Laien wählen?
Frau Luig wird nur mit dem Einverständnis der Angehörigen die Beerdigung übernehmen. 

Auch soll es möglich sein, dass nach einer Beerdigungsmesse dann der beauftragte Laie die Beerdigung auf dem Friedhof übernimmt, wenn das gewünscht wird. Wie bisher wollen wir auf die persönlichen Wünsche der Angehörigen möglichst eingehen.

Mit Wirkung vom 01. Januar 2017 wird sie mit dem Begräbnisdienst beauftragt und wird dann diesen Dienst in unserem Pastoralverbund beginnen. Wie auch die Priester oder der Diakon, wird sie zunächst die Angehörigen besuchen, die Beerdigung vorbereiten und dann die Begräbnisfeier leiten. Dabei wird sie von Messdienerinnen und Messdienern begleitet und trägt angemessene liturgische Kleidung.  

                                                                   

Perspektivisch erhoffen wir uns einen ähnlichen Effekt wie bei der Einführung von Frauen und Männern in den Lektoren- und Kommunionhelferdienst. Heute ist es vollkommen normal, dass Mädchen Messdienerinnen sind und Frauen und Männer Kommunionhelfer-, Lektorendienste und die Leitung von Wort-Gottes-Feiern übernehmen und damit das kirchliche Leben bereichern. 

 

In der Vorabendmesse am Samstag, 07. Januar, um 17:00 Uhr in der St. Blasius-Kirche, wurde unsere Gemeindereferentin Elke Luig offiziell in ihre neue zusätzliche Aufgabe eingeführt.