Hinsehen und schützen - Institutionelles Schutzkonzept ist fertig

Wachgerüttelt durch die Aufdeckung vieler Fälle von sexuellem Missbrauch in Kirche und anderen gesellschaftlichen Bereichen, hat auch unser Pastoralverbund den Auftrag bekommen, sich als Institution für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und anderen Schutzbefohlenen verstärkt einzusetzen.

Seit 2014 wurden bereits mehr als 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit ihren Aufgaben entsprechend informiert und geschult. Darin noch nicht enthalten sind unsere katholischen Tageseinrichtungen für Kinder, die eigene Schutzkonzepte und Schulungen haben.

Darüber hinaus bekamen im Frühjahr 2018 alle Gruppierungen, Gremien und Verbände einen Fragebogen zu einer Risikoanalyse. Die Ergebnisse aus den Befragungen und Gesprächen sind eingeflossen in das Schutzkonzept, das ab jetzt in den Kirchen ausliegt, vom Hauptamtlichenteam in die unterschiedlichen Gruppen mitgenommen, verteilt und besprochen wird. 

Ganz wichtig ist natürlich, dass wir alle den darin enthaltenen Verhaltenskodex beherzigen und in die Tat umsetzen. Jedes 7. Mädchen und jeder 10. Junge (einige sagen sogar jedes 4. Mädchen und jeder 7. Junge) wird mindestens einmal im Leben Opfer einer sexuellen Übergriffigkeit. Gleichzeit müssen Betroffene bisher in der Regel mindestens 70 Hinweise geben, bevor ein anderer stutzig wird, den Betroffenen ernstnimmt und hilft. Deshalb ist es wichtig, dass immer mehr Menschen lernen, hinzusehen und zu schützen, denn Täter sind Meister der Vernebelung.

Wer nicht das ganze Konzept lesen möchte, kann in einem Auszug mit dem Verhaltenskodex, den wichtigsten Telefonnummern für Betroffene und der Übersicht der Schulungsmaßnahmen die wichtigsten Maßnahmen nachlesen, die dazu beitragen wollen, die Kultur der Achtsamkeit zu fördern. In allen Pfarrheimen und Schaukästen werden ab jetzt Plakate mit „Nummern gegen Kummer“ für in Not geratene Kinder, Jugendliche, Eltern, die Hilfe suchen und natürlich auch für Missbrauchsopfer aushängen. 

Helfen Sie alle mit, dass Kinder und Jugendliche in unseren Kirchengemeinden die Liebe Gottes erfahren und allen Schutz, den sie brauchen, dann kann auf Zukunft hin viel seelischer und körperlicher Schaden von Menschen ferngehalten werden.

 

Ihre Elke Luig, 

Gemeindereferentin und Präventionsfachkraft 

Institutionelles Schutzkonzept
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Nummern gegen Kummer.pdf
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Institutionelles Schutzkonzept - Verhalt
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