Nachfolgende Aufstellung Balver Wegekreuze und Bildstöcke wurde von Pfarrarchivar Rudolf Rath im März 2013 erstellt.

Die Aufstellung ist noch nicht vollständig und wird in Kürze weiter vervollständigt.

Bildstock an der Mellener Straße 

Vor rund 60 Jahren ließ eine Balver Familie diesen imposanten Bildstock errichten, vor einer Abbruchkante des Husenbergs zur Straße nach Mellen hin. Auffallend seine ovale Form und der weiße Anstrich der Frontseite, während ansonsten Bruchsteinmauerwerk vorherrscht. In diesem Bildstock befindet sich eine Pietà (also eine Darstellung von Maria mit dem Leichnam Jesu). Geschützt wird diese Skulptur durch ein Gitter-Doppeltor. Ist es Zufall, dass gleich schräg gegenüber das „Arme Sünder Gässchen“ beginnt? Ein Wegekreuz mit zwei Ruhebänken stand hier früher vor dieser Mini-Felsenkulisse, an der es sich für uns Jungs hervorragend, aber auch gefährlich zum Husenberg hinauf klettern ließ.


Außenansicht
Außenansicht
Innenansicht
Innenansicht

Wegekreuz am Husenberg

Der Heimatdichter und -forscher Josef Pütter (er starb vor 30 Jahren im Alter von 92 Jahren) wohnte an diesem steilen Weg zum Husenberg hinauf. Sein früheres Haus steht gegenüber diesem Wegekreuz. Im Buch „Balve“ (1930, Neuauflage 1993) berichtet der spätere Balver Ehrenbürger Pütter, dass an dieser Stelle nach dem 30-jährigen Krieg (ab 1648) Menschen, die an der Pest gestorben waren, möglichst weit entfernt von den lebenden Menschen zum damaligen Kirchhof neben der Pfarrkirche gebracht und dort begraben wurden. Diesen Weg also nahmen die Pesttoten aus Eisborn, Binolen, Volkringhausen,  Beckum und Wocklum. Weil das ursprüngliche Kreuz verrottet war, erstellte der Schreiner Franz-Josef Habbel ein neues Kreuz und renovierte den etwa 200 Jahre alten Korpus. Pfarrer Dr. Reinhard Richter segnete das neue Kreuz im November 2001. Das Wegekreuz wird durch zwei dachförmige Bretter vor der Witterung geschützt und weiterhin durch benachbarte Anwohner gepflegt.

Wegkreuz am Husenberg
Wegkreuz am Husenberg

Wegekreuz unterhalb Piuskapelle 

Wegekreuz nahe der Piuskapelle, auch „3. Kapelle“ genannt. Im Pfarrarchiv St. Blasius Balve gibt eine Urkunde nähere Auskunft: „Zu Ostern im Jahre 1987 wurde unter dem Pastor Kinkel dieses Kreuz aus Anlass zum 50. Geburtstag von Leo Streiter von seinen Stammtischbrüdern im Gasthof Scheele („Vatikan“) erneuert…“ Pfarrer Ludwig Kinkel segnete das Wegekreuz zu Ostern 1987. 

Wegkreuz unterhalb der Pius-Kapelle
Wegkreuz unterhalb der Pius-Kapelle

Schiebergkreuz

Am Christkönigsfest, am 28. Oktober 1934, errichtete die Kath. Kirchengemeinde St. Blasius auf einer Anhöhe des Schiebergs ein acht Meter hohes Kreuz. Es sollte in der Zeit des Nationalsozialismus ein für alle sichtbares Bekenntnis der Glaubenstreue sein. So war das Kreuz von weitem zu sehen, und man hatte von dieser Höhe aus einen faszinierenden Überblick über die Innenstadt Balve. Sie entwickelte sich weiter, zahlreiche neue Baugebiete entstanden, aber der Blick auf diese Entwicklung verlor sich mehr und mehr. Im Laufe der Jahrzehnte nämlich verdeckten wachsende Bäume den Kreuzstamm und damit auch den Blick von dort hinunter. Im Februar 2007 aber fegte der Orkan „Kyrill“ die Bäume hinweg und machte den  Blick auf das Kreuz wieder frei. Leider war das Kreuz inzwischen verrottet. Mehrere Balver Bürger, unterstützt durch Spenden auch der Kolpingsfamilie, ließen ein neues Kreuz aufstellen, wiederum 8 Meter hoch, befestigt auf einem 2 Meter hohen Steinsockel. Es steht dort  felsenfest  - passend zur Inschrift an dem Fundamentstein „Säu faste ärre Balve“ („So fest wie Balve“). Pfarrer Andreas Schulte segnete es am Erntedankfest, am 02. Oktober 2011, 77 Jahre nach der Weihe des ursprünglichen Kreuzes im Rahmen einer kleinen Feierstunde. 

 

 

Schiebergkreuz
Schiebergkreuz

Missionskreuz an der Kirchenwand

An der südlichen Außenwand unserer Pfarrkirche St. Blasius hängt ein Kreuz mit Corpus. Es erinnert daran, dass im Jahre 1950 in Balve „Mission“ gehalten wurde. So was gab es früher öfter, alle paar Jahre. 14 Tage lang halfen 3 Patres den Menschen in unserer Kirchengemeinde durch Predigten, Gottesdienste und Gespräche, ihr Leben als Christen zu ordnen, ihren Glauben zu vertiefen oder auch zu erneuern. Der damalige Pfarrer Wilhelm Boeddicker schrieb in seiner Pfarrchronik über den Erfolg: „Es wurden 2 Männer wieder in die Kirche aufgenommen und eine Ehe in Ordnung gebracht.“

Missionkreuz an der St. Blasius-Kirche
Missionkreuz an der St. Blasius-Kirche

Gedenkstein Josef Löcker

Am 09. Oktober 2011 wurde dieser Gedenkstein in Kreuzform auf dem Kirchhof an der Südseite der Pfarrkirche von Pfarrer Andreas Schulte im Rahmen einer kleinen Feierstunde  geweiht. So bleibt die Erinnerung wach an Josef Löcker,  der diese Kirchengemeinde als Pfarrer und gleichzeitig auch das damalige Dekanat Balve von 1958 bis 1977 geleitet hat. Als Seelsorger, vor allem aber auch als Gestalter und Bauherr hat er viele Spuren hinterlassen, so z. B. Neu- bzw. Erweiterungbauten des kath. Kindergartens, des Jugend- und Pfarrheims, des früheren St.-Marien-Hospitals sowie Umbauten und Restaurierungen an und in der Pfarrkirche St. Blasius. Josef Löcker starb am 06. Oktober 2010 im Alter von 102 Jahren. Helmut Gördes aus Sundern-Hellefeld gestaltete diesen Gedenkstein aus afrikanischem Impala.

 

Gedenkstein Josef Löcker
Gedenkstein Josef Löcker

Grabstein Engelbert Höynck

Seit 2005 befindet sich auch dieser Stein auf der südlichen Seite unserer Pfarrkirche, unmittelbar neben dem Gedenkstein für Josef Löcker. Aus schwarzem Marmor gefertigt, erinnert er an Engelbert Höynck, geboren am

18.09.1836 in Balve. Er wanderte nach Amerika aus, wo er als Pfarrer ab 1869 an der St. Liboriuskirche in St. Louis, Missouri, eine Gemeinde betreute, die 14 Jahre zuvor von etwa 40 Auswanderer-Familien aus Deutschland gegründet worden war, viele davon aus Westfalen. Schwer krank kehrte er 1895 nach Balve zurück, wo er am 04.11.1901 im Alter von 66 Jahren starb. Er ist auf dem ehem. Balver Friedhof beerdigt. Dankbare Katholiken in St. Louis, darunter auch ehemalige Balver, stifteten einen Grabstein. Nach Einebnung eines Teils des Friedhofs 1973 / 74 konnte der  untere Teil des Denkmals durch private Initiative gesichert werden und befindet sich nun in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Kirchturms. Leider fehlt jedoch die große Christusfigur, etwa 1 Meter hoch, die den oberen Teil des Grabsteins bildete. 

 

Grabstein Höynck
Grabstein Höynck

Inschrift des Grabsteins:

Zum frommen Andenken

an den Hochwürdigen Herrn

Pfarrer

Engelbert Hoeynck

gestorben am 4. November 1901

Im 66. Lebensjahre.

Gewidmet von seinen ehemaligen

Pfarrkindern

der St.-Liborius-Gemeinde

zu St. Louis – Mo. – USA

 


St.-Agatha-Bildstock

Südwestlich vom Turm, gleich am Rande der Kirchplatzwiese und gegenüber den beiden Fachwerkgebäuden, ehemalige Vikarien Nikolai und Sebastian, sieht der Besucher diesen allein stehenden barocken Bildstock schon aus größerer Entfernung. Seit 1698, also über 300 Jahren, steht er hier im Schatten der Balver Pfarrkirche. Hier die Übersetzung der Inschrift auf der Vorderseite: „Der heiligen Agatha, der starken Jungfrau und  glorreichen Märtyrin errichteten in frommer Gesinnung Ludwig Kramer, Bürgermeister in Balve und Cornelia Zersen, Eheleute diesen Bildstock“. Die hl. Agatha war um 1700 im Sauerland eine sehr verbreitete Hausheilige. Ihre besondere Bedeutung erhält sie auch heute noch als Schutzpatronin gegen Feuersbrunst.

 

St. Agatha-Bildstock
St. Agatha-Bildstock
Inschrift
Inschrift

Bildstock „Maria am Wege“

So bezeichnete man von Beginn an den Marien-Bildstock aus Anröchter Steinen an der Mellener Straße / Hauptstraße.  - keine ungefährliche Stelle, das beweisen „Stoßflecken“, die dem Bildstock im Oktober 2012 von einem Pkw beigebracht wurden, der vom rechten Wege abgekommen war. 1954 errichtet und an Weihnachten des Jahres geweiht, erinnert er an das damalige Marianische Jahr. Das bedeutete: Das Jahr war der verstärkten Verehrung der Mutter Gottes gewidmet. Die Inschrift am Sockel weist darauf hin: „Ave Maria 1954“. Hinter dem kunstgeschmiedeten Gittertürchen befindet sich als Statue aus Eiche eine sitzende Madonna, nämlich Maria zusammen mit dem Jesuskind. Es sei eine genaue Nachbildung der Madonna von Hallenberg, die in der dortigen Wallfahrtskapelle unter dem Titel „Herzogin des Sauerlandes“ verehrt werde, das berichtet die frühere Hönne-Zeitung  im Juni 1958. Im Jahre 2006 wurde die Balver Statue in der Balver Schreinerwerkstatt Hans Albert Rüth restauriert und am 24. Juni des Jahres bei der Blasiusprozession wieder feierlich wieder aufgestellt. Warum wurde der Bildstock gerade an dieser belebten Stelle aufgebaut? Die Menschen sollen die Gottesmutter mitten in der Stadt, also mitten im Alltag, erleben. Ein Blick im Vorübergehen ist ein Gruß an Maria und erinnert uns daran, wie nahe sie uns ist. Freundliche Menschen schmücken diesen Marien-Bildstock regelmäßig mit Kerzen und Blumen. 

 

Bildstock an der Hauptstraße
Bildstock an der Hauptstraße
Madonna im Inneren des Bildstocks
Madonna im Inneren des Bildstocks