Liebe Schwestern und Brüder im Pastoralverbund Balve-Hönnetal!

Ich warte gerade auf die Pressekonferenz unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel am heutigen Sonntag, 22. März, um 17.30 Uhr.

Es ist seitdem eine Woche vergangen, dass wir uns in unseren Kirchen nicht mehr zum Gottesdienst versammeln dürfen, damit sich das Corana-Virus nicht noch schneller ausbreitet. Alle Maßnahmen, die bislang getroffen wurden und am heutigen Tag getroffen werden, zielen in die Richtung, Zeit zu gewinnen, damit die Zahl der mit dem Virus Infizierten nicht unsere Kapazitäten der Gesundheitsversorgung in die Knie zwingt. Ich habe da die Bilder aus Italien vor Augen.

Unsere Bundeskanzlerin hat soeben verkündet, was zu erwarten war: Nun sind die Möglichkeiten der Sozialkontakte für die nächsten 14 Tage notwendigerweise im ganzen Land noch weiter eingeschränkt.

Auch ich muss mich beschränken. Das ist nicht einfach, gerade in einem Beruf, der die Nähe und den Kontakt zu den Menschen sucht. Aber es geht um Leben und Tod und niemand weiß heute, wann diese Einschränkungen wieder gelockert werden, sodass in unseren Alltag wieder Normalität einkehren kann. Ich glaube aber, wenn wir alle gemeinsam in dieser Krise nach den Vorschriften leben, werden wir sie meistern.

Wir befinden uns im Kirchenjahr in der Mitte der Fastenzeit. Manche werden sich am Aschermittwoch, bewusst etwas vorgenommen haben, worauf sie verzichten wollten. Nun kommen von staatlicher Seite angeordnete Verzichte dazu.

Ich frage mich: Was gibt mir Halt in meinem Leben? Was ist lebensnotwendig? Welche Bedeutung hat der Zusammenhalt der Menschen, mit denen ich unmittelbar zusammenlebe? Wie gelingt es uns, dass wir den physischen Kontakt auf ein Minimum reduzieren, aber gleichzeitig den sozialen Kontakt weiter pflegen?

Zunächst einmal ist jede und jeder gefragt, die je eigene Phantasie und Begabung einzubringen. Gute Ansätze dafür gibt es bereits.

Ein erster und wichtiger Ansatz wäre die unmittelbare Nachbarschaft. Wem kann ich helfen? Wen kann ich um Hilfe bitten? Es geht dabei um das Besorgen des Lebensnotwendigen, um Kontakt per E- Mail, Telefon aber auch durch einen Brief.

In unserem Pastoralverbund haben wir uns in den letzten Tagen Gedanken gemacht, was getan werden kann. Hierbei ist die aktuelle Situation immer zu berücksichtigen und es kann zu weiteren Verschärfungen der Auflagen kommen, die unsere Überlegungen hinfällig machen.

Der Weg der Kontaktaufnahme zum pastoralen Personal sind das Telefon, die E-Mail und der Brief. 

Die Pfarrbüros sind zu den normal gewohnten Öffnungszeiten besetzt, auch in der Woche vor und nach dem Osterfest. Bitte wählen Sie auch hier die aufgezählten Wege der Kontaktaufnahme.

Wenn Sie Zugang zum Internet haben, finden Sie auf der Homepage unseres Pastoralverbundes (www.pv-balve-hoennetal.de) auf der linken Seite eine Rubrik „Informationen zur Corona-Virus-Krise". 

Gemeinsam mit der Stadt Balve und der Evangelischen Kirchengemeinde Balve haben wir ein Hilfsprogramm für ältere Menschen organisiert. Unter den Nummern 02375/913872 und 02375/913873 kann von montags bis donnerstags in der Zeit von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr angerufen werden. Bitte nehmen Sie dort Kontakt auf, wenn Sie Hilfe benötigen, ein Gespräch führen möchten oder helfen möchten.

Ganz herzlich lade ich Sie zum persönlichen Gebet ein.  

Wir haben in ökumenischer Verbundenheit Möglichkeiten geschaffen, um miteinander zu beten:

Jeden Abend um 19.30 Uhr läuten die Glocken unserer Kirchen. Gleichzeitig wollen wir ein kleines, aber starkes Zeichen der Verbundenheit setzen, indem wir eine brennende Kerze ins Fenster stellen und ein „Vater unser“ beten. 

Vielleicht aber entdecken Sie für sich ja auch das Beten des „Engel des Herrn“ (GL 3.6) bzw. in der Osterzeit das „Freu dich, du Himmelskönigin" (GL 3.7) als Gebetsform. Auch hierzu läuten 3mal am Tag die Glocken. Beten Sie den Rosenkranz.

In Balve, Garbeck und Affeln besteht die Möglichkeit, den Kreuzweg entlang der jeweiligen Kreuzwegstationen unter freiem Himmel zu beten.

Am Sonntag um 10.10 Uhr bis 10.25 Uhr läuten ebenfalls die Glocken.

Jeder Priester feiert momentan nicht-öffentlich die Heilige Messe. Dabei wird auch der bereits bestellten Messintentionen gedacht. Hinzu kommen die Anliegen unserer Gemeindemitglieder. In der Blasius-Kirche ist eine Pinnwand gestaltet mit der Möglichkeit, Gebetsanliegen zu hinterlassen. Gebetsimpulse zum Mitnehmen liegen bereit.

Unsere Kirchen bleiben zum persönlichen Gebet weiterhin geöffnet. Halten Sie sich auch hier an die Hygienevorschriften.

Wir haben außerdem überlegt, wie wir Gottesdienste aus der St. Blasius-Kirche ins Internet übertragen können. Dieser Plan kann inzwischen ab Sonntag, 29. März,  realisiert werden. Sie haben zur jeweiligen Zeit unter der Adresse der Homepage des Pastoralverbundes www.pv-balve-hoennetal.de die Möglichkeit der Teilnahme. Es wird ein Link eingestellt zum Einwählen in den jeweiligen Live-Stream. Beachten Sie bitte, dass es für jeden Gottesdienst einen neuen veränderten Link gibt.

Diese Gottesdienste wollen wir so miteinander feiern:

mittwochs um 18.00 Uhr Hl. Messe

freitags um 15.00 Uhr Andacht

sonntags um 10.30 Uhr Hl. Messe.

Ich weise sicherheitshalber darauf hin, dass die Kirche in dieser Zeit nicht geöffnet ist. Zusätzlich haben Sie noch die Möglichkeit, an den Gottesdienstangeboten des Erzbistums Paderborn (zu finden auf der Homepage des Erzbistums: www.erzbistum-paderborn.de) teilzunehmen. Gottesdienstangebote finden Sie auch im Fernsehen bzw. Radio.

Unser Organist Maximilian Wolf hat auf seinem YouTube-Kanal erste Orgelimprovisationen veröffentlicht, die er an der Balver Orgel eingespielt hat. Hier lautet die Adresse: https://www.youtube.com/channel/UCg7AGyTrflodjOWtXQiWevA

Wir bereiten uns derzeit auf das Osterfest vor, das wir in diesem Jahr leider nicht gemeinsam begehen können. 

Gottesdienstübertragungen senden wir wie folgt aus der Balver Pfarrkirche:

Gründonnerstag um 20.00 Uhr: Messe vom Letzten Abendmahl

Karfreitag um 11.00 Uhr: Kreuzweggebet

Karfreitag um 15.00 Uhr: Liturgie vom Leiden und Sterben Christi

Karsamstag um 21.00 Uhr: Die Feier der Osternacht

Begleitend dazu setzen wir verschiedene Zeichen:

Bis zum Palmsonntag haben Sie die Gelegenheit, selbst erstellte Palmzweige segnen zu lassen. Bitte legen Sie diese versehen mit einem Namenszettel auf die Altarstufen. Wir Priester segnen die Palmzweige täglich und Sie können sie tags darauf wieder abholen.

Für Beckum wurde aufgrund der derzeitigen Kirchenrenovierung folgende Regelung getroffen: 

Am Palmsonntag, 05. April, können in der Zeit von 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr gesegnete Palmzweige im Integrationszentrum abgeholt werden.

Am Ostersonntag, 12. April, werden in der Zeit von 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr gesegnete Osterkerzen und Osterbildchen im Integrationszentrum ausgegeben. 

Ab Gründonnerstag bis zum Ostermorgen werden die Glocken schweigen.

Am Karfreitag stellen wir ein Kreuz in den Kirchen auf, so wie es sonst in der Liturgie verehrt wird. Sie haben hier die Möglichkeit der persönlichen Kreuzverehrung.

Am Ostersonntag läuten um 9.30 Uhr für 15 Minuten landesweit die Glocken. Die Osterkerzen der Kirchen werden von den Priestern im Rahmen ihrer Messfeiern bereitet. Diese brennen am Ostertag in unseren Kirchen. Im Altarraum werden kleine geweihte Kerzen stehen, die Sie mit nach Hause nehmen können.

Ebenfalls steht dort geweihtes Wasser zur Mitnahme.

Ich möchte Ihnen noch ein Gebet ans Herz legen:

Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie

Jesus,

unser Gott und Heiland,

in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt

kommen wir zu Dir und bitten Dich:

 

für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;

für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;

für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;

für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und weltweit, die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;

für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;

für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;

für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;

für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren;

für die Menschen, die am Virus verstorben sind, und für diejenigen, die im Dienst an den Kranken ihr Leben gelassen haben.

 

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,

hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.

Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander. Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.

Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben.

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind,

um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren,

so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

Wir stehen in der Fastenzeit.

In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt,

die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und

die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott, unser Herr, wir bitten Dich:

Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt, unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern,

indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen

und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

(+Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier)

 

Bleiben wir miteinander verbunden in dieser krisenhaften Zeit.

Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und Gesundheit,   

 Andreas Schulte, Pfarrer